Die Geschichte des Olivenöls

Bei den Griechen war es Athene, die Göttin der Weisheit, die in ihrem Kampf um die Souveränität der Stadt Athen den Olivenbaum schuf, dessen Frucht eine wundersame Flüssigkeit enthielt, die wie Gold aussah.

Bei den Ägyptern hat die Göttin Isis, Ehefrau des Osiris – höchster Gott Ihrer Mythologie, den Anbau des Olivenbaums gelehrt.

In jüdischen Talmud gibt es zahlreiche Hinweise auf den Olivenbaum. Nach der Sintflut kündet die Taube von deren Ende, indem sie einen Olivenzweig in ihrem Schnabel bringt.

Christen verbinden den Ölbaum und das Olivenöl mit ihren Chroniken und Riten.

Auch der Koran bezieht sich auf das Öl, das aus der Frucht des Ölbaums gewonnen wird und wie ein leuchtender Stern aussieht, der dank eines gesegneten Baumes, des Olivenbaums, aufleuchtet.

Olivenbaum und Olivenöl waren schon immer eng mit allen mediterranen Zivilisationen verbunden.

Der Zambujeiro (wilder Olivenbaum) erstreckte sein Vorkommen in sämtliche Mittelmeerländer, vom Nahen Osten bis zur Iberischen Halbinsel. Die mesopotamischen und ägyptischen Zivilisationen lernten, ihn durch verschiedene kulturelle Techniken wie Veredlung und Umpflanzung zu verbessern.

Das durch das Pressen der Oliven gewonnene Öl wurde in religiösen Riten, als Lichtquelle, für medizinische Zwecke und Schönheitsbehandlungen und schließlich als Nahrung verwendet. Die Griechen betrachteten den Genuss von Olivenöl als Zeichen von Zivilisation und Erlesenheit.

Auf der iberischen Halbinsel kam die Kultur des Olivenbaums durch die Hand der Phönizier im 12. Jahrhundert v. Chr. an. Später wurde Iberia ein wichtiger Lieferant von Olivenöl bester Qualität nach Rom. Die Ankunft der Araber erweiterte die Kultur des Olivenbaums und die Ölproduktion auf die gesamte Halbinsel.

Olivenöl wird durch Mahlen und Pressen von der Olive befreit.
Diese Methoden werden seit der Antike verwendet, obwohl sie verbessert wurden, um eine größere Wirksamkeit zu erzielen. Ursprünglich wurde das Fruchtfleisch der Oliven lediglich zerquetscht und die so entstandene pasteuse Masse in einen Sack gefüllt, wobei das Olivenöl durch Auswinden desselben erhalten wurde.

Später wurden Mörser und Stößel zum Zerquetschen verwendet, ebenso wie Mahlflächen, die in die Oberfläche eines Felsen eingelassen wurden, wobei das Quetschen mit Hilfe von zylindrischen Walzen erfolgte.

Mühlen aus vertikalen zylindrischen Mahlsteinen, die durch Tiere oder durch die Kraft von Wasser oder Wind angetrieben werden, sind von den Mauren perfektioniert und verbreitet worden und haben sich bis in unsere Zeit erhalten.

Um den Ertrag zu erhöhen, wurden die zylindrischen Mahlsteine durch kegelstumpfförmige ersetzt. Auch das Pressen hat sich mit der Zeit von der Methode des Verwindens des Sackes hin zu Hebelpressen und später zu hydraulischen Pressen weiterentwickelt.

Derzeit werden in kontinuierlichen Produktionssystemen Hammermühlen verwendet, und das Pressen und Dekantieren wurde durch Zentrifugieren ersetzt. Die Thermomischtechnik, welche die einfache Zumischung von heißem Wasser in die Masse ersetzte, wurde eingeführt, um den Ertrag des Olivenöls zu verbessern und wird noch heute beibehalten.

Kontinuierliche Produktionssysteme, die derzeit in Gebrauch sind, haben zu einer Verringerung des Arbeitsaufwands, zu einem höheren Ertrag und zu einer wesentlichen Verbesserung der hygienischen Bedingungen bei der Extraktion von Olivenöl geführt, was den Gewinn von extra nativem Olivenöl in einer beträchtlichen Menge ermöglicht.

Olivenöl hat einen enormen Nutzen für unsere Gesundheit.

  • Ölsäure und Vitamin E wirken als Antioxidantien, verlangsamen den Alterungsprozess und die Entstehung von Krebs.
  • Was die Verdauung betrifft verbessern sie die Darmabsorption und schützten vor Geschwüren und Gastritis.
  • Sie sind auch wesentlich an der Vorbeugung von Bluthochdruck und Diabetes beteiligt.
  • Sie fördern die Knochenentwicklung.
  • Ölsäure ist die einzige Art von Fett, die nicht mit der Produktion von Lipase interferiert, dem Enzym, das Fettmoleküle aufspaltet.
  • Sie verringert das Risiko von rheumatoider Arthritis.
  • Sie erhöht die körpereigenen Abwehrkräfte gegen Viren und Bakterien und verbessert die Gewebeelastizität.
  • Zur Senkung des Cholesterinspiegels sollten mindestens 15 % der täglichen Kalorien aus einfach ungesättigten Lipiden stammen. Jene des Olivenöls helfen, den LDL-Spiegel (schädliches Cholesterin) zu senken, ohne den HDL-Spiegel (nützliches Cholesterin) oder den Triglyceridspiegel zu beeinflussen, wodurch das Risiko von Schlaganfällen und Thrombosen verringert wird.